Festgeld berechnen: Zinsen nach Laufzeit und Zinszahlung
Der Rechner verteilt die Zinsen auf die Kalenderjahre, in denen sie gezahlt werden, und zieht dort die Abgeltungsteuer oberhalb des freien Pauschbetrags ab.
Laufzeit wählen: was kurze und lange Festgelder unterscheidet
| Laufzeit | Zinsberechnung | Passt für | Risiko |
|---|---|---|---|
| 3–9 Monate | anteilig: Betrag × Zins × Monate ÷ 12, z. B. 10.000 € × 3 % × 6 ÷ 12 = 150 € | Geld mit festem Ausgabetermin im selben Jahr | Zins nach Ablauf ungewiss |
| 1–2 Jahre | volle Jahreszinsen, Zahlung meist jährlich oder am Ende | Steuernachzahlung, Autokauf, Umzug | gering |
| 3–5 Jahre | Zins für die gesamte Laufzeit fest | Eigenkapital für eine Immobilie, Teil einer Festgeldleiter | Zinsanstieg verpasst |
| 6–10 Jahre | langer Festzins, Angebote seltener | Kapital ohne absehbaren Bedarf | Inflation kann den Zins übersteigen |
Ob längere Laufzeiten mehr bringen, hängt von der Zinsstruktur ab. Normalerweise steigt der Zins mit der Laufzeit, weil die Bank das Geld länger fest einplanen kann. 2023 war es umgekehrt: Einjähriges Festgeld brachte oft mehr als fünfjähriges, weil Banken mit sinkenden Leitzinsen rechneten. Vor dem Abschluss lohnt deshalb der Blick auf die Zinsen mehrerer Laufzeiten derselben Bank; liegt der Aufschlag für zwei zusätzliche Jahre unter 0,2 Prozentpunkten, ist die kürzere Bindung meist die bessere Wahl. Die meisten Banken verlangen eine Mindestanlage zwischen 1 € und 5.000 €, einige begrenzen die Anlage nach oben auf 100.000 € oder 1 Mio. €.
Bei Laufzeiten unter einem Jahr rechnen Banken mit Zinstagen. Nach der Methode act/365 zählen die tatsächlichen Kalendertage geteilt durch 365, nach 30/360 hat jeder Monat 30 Tage und das Jahr 360. Für 10.000 € zu 3 % über 181 Tage ergeben sich nach act/365 rund 148,77 €, nach 30/360 für sechs volle Monate 150,00 €. Welche Methode gilt, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis.
Festgeldangebote vergleichen
- Zinssatz und Zinszahlung: Ein höherer Zins mit Auszahlung am Ende kann netto weniger bringen als ein niedrigerer mit jährlicher Zahlung, wenn der Pauschbetrag sonst verfällt.
- Sitz der Bank: Deutsche Bank mit gesetzlicher und zusätzlicher Einlagensicherung oder Bank im EU-Ausland mit 100.000 € Schutz über das Heimatland.
- Kontoeröffnung: Manche Angebote setzen ein Girokonto bei derselben Bank voraus, andere laufen über ein Zinsportal mit einem Konto für viele Banken.
- Verlängerung: automatische Auszahlung oder Verlängerung zum dann gültigen Zins.
- Mindest- und Höchstbetrag: Ein Topzins für 5.000 € bis 50.000 € nützt nichts, wenn 120.000 € angelegt werden sollen.
- Neukundenbedingung: Einige Aktionszinsen gelten nur für Erstanlagen oder für Geld, das von einer anderen Bank kommt.
Endfällige Zinsen und der Sparer-Pauschbetrag
Steuerpflichtig sind Zinsen in dem Jahr, in dem sie gutgeschrieben werden. Ein Festgeld mit Zinszahlung am Laufzeitende sammelt die Erträge mehrerer Jahre und bringt sie in einem einzigen Kalenderjahr zur Steuer. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person deckt dann nur einen Bruchteil, während er in den Jahren davor ungenutzt verfällt. Das betrifft vor allem Sparbriefe und Festgelder, die alle Zinsen zum Schluss auszahlen.
| Zinszahlung | Zinsen vor Steuern | Steuer | Zinsen netto |
|---|---|---|---|
| jährlich, 4 × 840 € | 3.360,00 € | 0,00 € | 3.360,00 € |
| einmal am Ende | 3.360,00 € | 622,45 € | 2.737,55 € |
Lässt sich die Zinszahlung nicht wählen, hilft eine Festgeldleiter mit gestaffelten Fälligkeiten, die Zinsen auf mehrere Jahre zu verteilen. Wer insgesamt unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € (2026) bleibt, kann eine NV-Bescheinigung vorlegen; die Bank zahlt die Zinsen dann ohne Steuerabzug aus. Liegt das persönliche Einkommen im Jahr der Fälligkeit niedrig, etwa im Jahr des Renteneintritts, holt die Günstigerprüfung einen Teil der Steuer zurück.
Festgeldleiter: jedes Jahr wird ein Teil frei
- Betrag in gleiche Teile teilen, zum Beispiel 40.000 € in vier Teile zu 10.000 €.
- Die Teile mit 1, 2, 3 und 4 Jahren Laufzeit anlegen, gern bei verschiedenen Banken mit dem jeweils besten Zins.
- Nach einem Jahr wird der erste Teil fällig. Er wird entweder ausgegeben oder für 4 Jahre neu angelegt.
- Ab dem vierten Jahr läuft jeder Teil vier Jahre zum Langfristzins, und trotzdem werden jährlich 10.000 € plus Zinsen verfügbar.
Die Leiter verbindet höhere Zinsen langer Laufzeiten mit regelmäßigem Zugriff. Steigen die Zinsen, wird jedes Jahr ein Viertel zum neuen Satz angelegt; fallen sie, sind drei Viertel noch zu den alten Konditionen fest. Die Fälligkeiten lassen sich auch an bekannte Termine koppeln, etwa an ein Auto in zwei Jahren oder an den Hauskauf in vier. Für Ausgaben, die jederzeit kommen können, ersetzt sie den Notgroschen auf Tagesgeld nicht, denn bis zur nächsten Fälligkeit können bis zu zwölf Monate vergehen.
Vorzeitig an das Geld kommen
Festgeld ist für die vereinbarte Laufzeit nicht kündbar. Die Bank kalkuliert mit dem Geld und zahlt dafür den festen Zins; ein Anspruch auf vorzeitige Rückzahlung besteht nicht. Einige Sparkassen und Genossenschaftsbanken lassen in Härtefällen eine Auflösung zu, verrechnen dann aber Vorschusszinsen, die den Ertrag ganz aufzehren können. Beim Tod des Anlegers erhalten die Erben das Festgeld in der Regel erst zum Ende der Laufzeit, außer die Bank stimmt einer früheren Auszahlung zu; für den Zugriff verlangt sie einen Erbschein oder ein eröffnetes notarielles Testament.
- Tagesgeld
- täglich verfügbar, Zins variabel; Puffer für alles, was kurzfristig kommen kann
- Kündigungsgeld
- Kündigungsfrist von 1 bis 12 Monaten, Zins meist zwischen Tagesgeld und Festgeld
- Festgeldleiter
- jährlich wird ein Teil fällig, ohne die ganze Summe kurz anzulegen
- Bundesanleihen
- fester Kupon, über die Börse jederzeit verkaufbar; vor Fälligkeit zum aktuellen Kurs, der bei gestiegenen Zinsen unter 100 % liegen kann
- Sparbrief
- wie Festgeld nicht kündbar, Zinsen häufig erst am Ende
Festgeld bei Banken im EU-Ausland
- Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt in allen EU-Ländern 100.000 € pro Kunde und Bank. Gezahlt wird aus dem Sicherungsfonds des Landes, in dem die Bank ihren Sitz hat; die Auszahlungsfrist liegt bei sieben Arbeitstagen.
- Wie belastbar der Fonds im Ernstfall ist, hängt von der Finanzkraft des Landes ab. Viele Anleger wählen deshalb Länder mit gutem Rating oder bleiben unter 100.000 € pro Bank.
- Ausländische Banken führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab und akzeptieren keinen Freistellungsauftrag. Die Zinsen gehören in die Anlage KAP der Steuererklärung.
- Einige Länder behalten eine eigene Quellensteuer ein. Sie wird teilweise erstattet oder auf die deutsche Steuer angerechnet, was Formulare und Wartezeit kostet.
- Zinsportale bündeln Angebote mehrerer Auslandsbanken über ein deutsches Konto, erledigen das Legitimationsverfahren einmal und übernehmen bei manchen Angeboten den Steuerabzug.
Was am Ende der Laufzeit passiert
Ohne Weisung zahlen die meisten Direktbanken Kapital und Zinsen am Fälligkeitstag auf das Referenzkonto aus. Filialbanken und Sparkassen verlängern dagegen oft automatisch um dieselbe Laufzeit, und zwar zum dann gültigen Zins, der deutlich unter dem Ursprungsangebot liegen kann. Welche Regel gilt, steht im Produktinformationsblatt.
Zwei bis vier Wochen vor Ablauf ist der richtige Zeitpunkt für den Vergleich: Dann lässt sich die Verlängerung stoppen oder eine neue Anlage bei einer anderen Bank vorbereiten, ohne dass das Geld Tage auf einem unverzinsten Konto liegt. Zwischen Auszahlung und neuer Anlage vergehen bei Überweisungen ein bis drei Bankarbeitstage; Festgeldzinsen werden für diese Tage nicht gezahlt. Wer das Geld zwischen zwei Anlagen einige Wochen parken muss, nutzt dafür ein Tagesgeld bei derselben Bank.