Sparrechner Zinsen

Entnahmeplan berechnen: wie lange das Ersparte reicht

Entnommen wird zu Monatsbeginn, das verbleibende Kapital wächst mit der angenommenen Rendite weiter. Optional steigt die Entnahme jedes Jahr um die Inflationsrate.

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–Summe aller Entnahmen
–Davon Erträge
–Letzte Monatsentnahme
–Monatlich ohne Kapitalverzehr

Kapital verbrauchen oder nur die Erträge entnehmen

300.000 €, 4 % Rendite
StrategieMonatlichKapital danachFolge
Kapitalverzehr über 25 Jahre1.578 €0 € nach 25 Jahrenhöchste Entnahme, Risiko bei längerer Lebensdauer
Nominaler Kapitalerhalt1.000 €bleibt bei 300.000 €Kaufkraft von Kapital und Entnahme sinkt
Realer Kapitalerhalt bei 2 % Inflation500 €wächst mit der InflationKaufkraft bleibt erhalten, Erbe möglich

Beim Kapitalverzehr wird das Vermögen planmäßig aufgebraucht. Die monatliche Entnahme folgt der Annuitätenformel K × i ÷ (1 − (1 + i)⁻ⁿ) mit dem Monatszins i und der Zahl der Monate n. Beim Kapitalerhalt wird nur entnommen, was an Erträgen hereinkommt; ist zusätzlich die Inflation auszugleichen, bleibt nur die Differenz aus Rendite und Inflation. Zwischen beiden Wegen liegt die Planung mit Restkapital, die der Rechner im zweiten Modus abbildet: etwa 100.000 € als Reserve für Pflege oder als Erbe.

Die Dauer des Kapitalverzehrs sollte über der eigenen Lebenserwartung liegen. Nach der Sterbetafel des Statistischen Bundesamts leben 65-jährige Männer im Schnitt noch knapp 18 Jahre, Frauen gut 21 Jahre; ein großer Teil wird deutlich älter als dieser Durchschnitt. Wer mit 65 beginnt, plant deshalb eher bis 90 oder 95 als bis zum Durchschnitt.

Wie viel Kapital eine monatliche Zusatzrente braucht

Entnahme zu Monatsbeginn, gleichbleibender Betrag
Monatlich25 Jahre, 3 %25 Jahre, 4 %dauerhaft, 4-%-Regeldauerhaft, 3,5 %
500 €105.702 €95.042 €150.000 €171.429 €
1.000 €211.404 €190.084 €300.000 €342.857 €
1.500 €317.105 €285.126 €450.000 €514.286 €

Die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und gewünschtem Einkommen ergibt sich aus der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung, die ab 27 Jahren mit mindestens fünf Beitragsjahren verschickt wird. Die dort genannte Rente ist ein Bruttobetrag; davon gehen Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Einkommensteuer ab. Das nötige Kapital für die Lücke lässt sich mit dem Rechner im zweiten Modus rückwärts prüfen, der Weg dorthin mit dem ETF-Sparplan-Rechner.

Die 4-%-Regel und wo sie nicht trägt

Die Regel stammt aus Untersuchungen von William Bengen (1994) und der sogenannten Trinity-Studie (1998). Sie besagt: Wer im ersten Jahr 4 % des Startkapitals entnimmt und den Betrag danach jährlich an die Inflation anpasst, hätte mit einem Mix aus US-Aktien und US-Anleihen in fast allen historischen 30-Jahres-Zeiträumen genug gehabt. Bei 500.000 € sind das 20.000 € im ersten Jahr, rund 1.667 € im Monat.

  • Die Daten stammen aus dem US-Markt des 20. Jahrhunderts, einem der stärksten Aktienmärkte der Welt. Rechnungen mit internationalen Daten ergeben eher 3 bis 3,5 %.
  • Der Zeitraum beträgt 30 Jahre. Wer mit 55 in den Ruhestand geht und 40 Jahre planen muss, sollte niedriger ansetzen.
  • Kosten und Steuern sind nicht berücksichtigt. Bei 0,3 % Fondskosten und Abgeltungsteuer auf Gewinne bleibt weniger netto.
  • Ein Börseneinbruch in den ersten Jahren schadet weit mehr als einer am Ende, weil Verkäufe im Tief das Kapital dauerhaft verkleinern. Dieses Reihenfolgerisiko bildet ein Rechner mit konstanter Rendite nicht ab.

Entnahme jährlich an die Inflation anpassen

1.000 €Entnahme im ersten Jahr
1.219 €nach 10 Jahren bei 2 %
1.486 €nach 20 Jahren bei 2 %
1.811 €nach 30 Jahren bei 2 %

Eine gleichbleibende Entnahme verliert bei 2 % Inflation in 20 Jahren rund ein Drittel ihrer Kaufkraft. Wer den Lebensstandard halten will, muss den Betrag jährlich erhöhen, und das verkürzt die Reichweite erheblich: 300.000 € mit 1.500 € monatlich und 4 % Rendite reichen ohne Anpassung gut 27 Jahre, mit jährlich 2 % Erhöhung nur 20,5 Jahre. Im Rechner steht dafür das Feld „Jährliche Erhöhung“. Eine flexible Alternative ist, die Erhöhung in Jahren mit Kursverlusten auszusetzen.

Welche Rendite in der Entnahmephase realistisch ist

AnlageRenditeannahmeSchwankungRolle im Entnahmeplan
Tagesgeldnahe am EZB-Einlagenzins, aktuell um 2 %keineEntnahmen der nächsten 1–3 Jahre
Festgeld, Anleihen-ETF2–3 %geringReserve für die Jahre 3–7
Mischung 50 % Aktien3,5–4,5 %mittelHauptvermögen bei mittlerem Risiko
Welt-Aktien-ETF5–7 % vor Steuern, langfristighochTeil, der erst in 10+ Jahren gebraucht wird

Die Rendite im Rechner ist die nach Kosten. Ein Prozentpunkt verändert die Reichweite stark: 300.000 € mit 2.000 € Entnahme halten bei 4 % gut 17 Jahre, bei 3 % deutlich kürzer. Wer mit einem hohen Aktienanteil rechnet, sollte die Reichweite zusätzlich mit 2 bis 3 % prüfen, um ein schwaches erstes Jahrzehnt abzufangen.

Steuern und Krankenkassenbeiträge auf jede Entnahme

Wer ETF-Anteile verkauft, um eine Entnahme zu finanzieren, versteuert nicht den gesamten Betrag, sondern nur den Gewinnanteil. Liegt der Depotwert bei 300.000 € und die Anschaffungskosten bei 180.000 €, bestehen 40 % jedes Euros aus Gewinn. Bei Aktien-ETFs sind davon 30 % steuerfrei, den Rest mindert der Pauschbetrag. Weil die Bank nach dem FIFO-Prinzip zuerst die ältesten Anteile verkauft, liegt der Gewinnanteil der ersten Verkäufe sogar über dem Durchschnitt des Depots.

  1. Jährliche Entnahme: 18.000 € (1.500 € im Monat)
  2. Gewinnanteil 40 %: 7.200 €
  3. Teilfreistellung 30 %: 5.040 € steuerpflichtig
  4. Pauschbetrag 1.000 € abziehen: 4.040 €
  5. Abgeltungsteuer und Soli 26,375 %: 1.065,55 € im Jahr, 5,9 % der Entnahme

Rentner in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) zahlen auf Kapitalerträge keine Beiträge. Wer im Ruhestand freiwillig gesetzlich versichert ist, zahlt Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auch auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Liegt das übrige Einkommen niedrig, holt die Günstigerprüfung in der Steuererklärung einen Teil der Abgeltungsteuer zurück. Verkäufe in Jahren mit niedrigem Einkommen, etwa vor dem Beginn der gesetzlichen Rente, senken die Steuerlast zusätzlich.

Entnahmeplan beim Broker oder bei der Fondsgesellschaft einrichten

Automatischer Entnahmeplan
der Broker verkauft monatlich Anteile in Höhe des gewünschten Betrags und überweist den Erlös; angeboten von einigen Online-Brokern und Fondsgesellschaften
Manueller Verkauf
ein- bis viermal im Jahr Anteile verkaufen und den Erlös auf Tagesgeld legen; spart Ordergebühren und erlaubt, Verkäufe nach Kurslage zu steuern
Ausschüttender ETF
Ausschüttungen decken einen Teil der Entnahme, ohne Anteile zu verkaufen; Höhe und Termin schwanken
Kosten
Ordergebühren je Verkauf, bei monatlichen Verkäufen ohne Sparplan-Konditionen oft 1 bis 5 € pro Order

Tagesgeld und ETF in Töpfen kombinieren

Topf 1: Liquidität
Entnahmen für 12 bis 36 Monate auf Tagesgeld; daraus fließt die monatliche Zahlung auf das Girokonto
Topf 2: Reserve
Festgeldleiter oder Anleihen für die folgenden Jahre; füllt Topf 1 nach, wenn Aktien gefallen sind
Topf 3: Wachstum
Aktien-ETFs für alles, was erst in zehn Jahren und später gebraucht wird

Die Töpfe trennen die laufende Zahlung von den Kursschwankungen. Nach guten Börsenjahren werden Gewinne aus Topf 3 verkauft und Topf 1 wieder aufgefüllt; nach schlechten Jahren lebt man aus Topf 1 und 2 und lässt die Aktien liegen. So muss in einem Crash nichts zu Tiefstkursen verkauft werden. Der Preis dafür ist eine etwas niedrigere Gesamtrendite, weil ein Teil des Vermögens dauerhaft in Zinsanlagen liegt.