Sparrechner Zinsen

ETF-Sparplan berechnen: Rendite, Kosten und Steuern beim Verkauf

Der Rechner zieht laufende Kosten von der Rendite ab, die Ausführungsgebühr von jeder Rate und zeigt, wie viel Abgeltungsteuer anfällt, wenn der gesamte Bestand am Ende auf einmal verkauft wird.

Kosten und Steuern

Depotwert nach Ablauf, vor Steuern

–

–

EinzahlungenWertzuwachs

–Eingezahlt inkl. Gebühren
–Weniger durch Kosten
–Steuer bei Verkauf
–Netto nach Verkauf

Welche Rendite für MSCI World und All-World realistisch ist

Der MSCI World bündelt rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern; US-Aktien machen darin rund 70 % aus, Apple, Microsoft und Nvidia allein über 10 %. Der FTSE All-World und der MSCI ACWI nehmen zusätzlich Schwellenländer wie China, Indien und Taiwan auf und kommen auf etwa 2.500 bis über 4.000 Titel; der Schwellenländeranteil liegt bei rund 10 %. Seit 1970 hat der MSCI World mit wieder angelegten Dividenden im Schnitt rund 7 bis 8 % pro Jahr erzielt, in Euro gerechnet etwas weniger. Dieser Durchschnitt verdeckt lange Durststrecken: Wer Anfang 2000 einstieg, lag in Euro gerechnet über ein Jahrzehnt im Minus.

Für den Rechner zählt die Rendite vor Kosten und vor Steuern, wie sie Indexanbieter als „Net Total Return“ ausweisen. Die Kosten zieht der Rechner im zweiten Schritt ab, die Steuer beim Verkauf im dritten. Wer das Ergebnis in heutiger Kaufkraft sehen will, rechnet zusätzlich mit 2 Prozentpunkten weniger: Aus 6 % nominal werden so rund 4 % real.

Renditeannahme und Ergebnis bei 150 € monatlich über 25 Jahre, ohne Kosten
AnnahmeEinsatzDepotwert
4 % p.a.vorsichtige Planung; entspricht auch 6 % nominal in heutiger Kaufkraft77.119 €
6 % p.a.mittlere Annahme für weltweit gestreute Aktien-ETFs103.949 €
8 % p.a.günstiger Verlauf, nicht als Planwert geeignet142.654 €

Für einen Sparplan, der ein festes Ziel erreichen soll, ist die vorsichtige Zeile maßgeblich. Reicht das Ergebnis auch mit 4 %, trägt der Plan schwächere Jahrzehnte. Eine höhere Annahme als 8 % lässt sich mit der Geschichte breit gestreuter Indizes nicht begründen; einzelne Länder- oder Branchen-ETFs schwanken stärker und eignen sich nicht als Basis einer Planrechnung.

Den passenden ETF für den Sparplan auswählen

Zwei ETFs auf denselben Index unterscheiden sich in Kosten, Steuerwirkung und Größe. Die Kennzahlen stehen im Factsheet und im Basisinformationsblatt, das jeder Anbieter veröffentlichen muss; Vergleichsportale filtern nach diesen Merkmalen. Gesucht wird über die zwölfstellige ISIN oder die sechsstellige WKN, nicht über den Namen, weil Namen mehrerer Anteilsklassen fast gleich lauten.

MerkmalWorauf achtenWarum
IndexMSCI World, FTSE All-World, MSCI ACWI oder Kombination World + Emerging Marketsbreite Streuung ist der größte Hebel gegen Einzelrisiken
TERbei Welt-ETFs 0,1–0,25 %fällt jedes Jahr auf das ganze Vermögen an
Tracking DifferenceAbweichung zum Index über mehrere Jahrezeigt die tatsächlichen Kosten, kann durch Wertpapierleihe unter der TER liegen
FondsdomizilIrlandUS-Dividenden werden auf Fondsebene mit 15 % statt 30 % Quellensteuer belastet
Fondsvolumenüber 500 Mio. €kleine Fonds werden häufiger geschlossen; die Auflösung gilt als Verkauf und löst Steuer aus
Replikationphysisch (vollständig oder optimiert) oder synthetisch per Swapbei Swaps ist das Kontrahentenrisiko gesetzlich auf 10 % des Fondsvermögens begrenzt
Ertragsverwendungthesaurierend (Acc) oder ausschüttend (Dist)bestimmt, wann Steuern anfallen
Sparplanfähigbeim eigenen Broker ohne AusführungsgebührGebühren pro Rate wirken bei kleinen Raten stark

Was TER, Depotgebühr und Ausführungsgebühr vom Ergebnis abziehen

Die Gesamtkostenquote (TER) entnimmt die Fondsgesellschaft täglich anteilig aus dem Fondsvermögen. Sie erscheint nie auf einer Abrechnung, sondern steckt bereits im Kurs. Breit gestreute Welt-ETFs liegen bei 0,1 bis 0,25 % pro Jahr, aktiv gemanagte Fonds häufig bei 1,5 % und mehr, Fondspolicen von Versicherungen durch zusätzliche Vertragskosten oft noch darüber. Weil die Quote jedes Jahr auf das gesamte bis dahin angesparte Vermögen anfällt, wächst ihr Effekt mit der Laufzeit überproportional.

TER
prozentual pro Jahr auf das Fondsvermögen; im Rechner unter „Laufende Kosten“ eintragen
Depotgebühr
bei Online- und Neobrokern meist 0 €, bei Filialbanken oft 20–50 € pro Jahr oder ein Prozentsatz des Depotwerts, der zur TER addiert wird
Ausführungsgebühr
fester Betrag pro Kauf; 1,50 € auf 50 € Rate sind 3 % jeder Einzahlung
Ausgabeaufschlag
bei aktiven Fonds über die Bank bis rund 5 %, bei ETFs über die Börse in der Regel nicht vorhanden
Spread
Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, bei großen ETFs meist unter 0,1 %

Bei 150 € monatlich über 25 Jahre und 6 % Rendite kostet eine TER von 0,2 % rund 3.100 € Endvermögen, eine Quote von 1,5 % rund 21.000 €. Eine feste Ausführungsgebühr von 1 € pro Rate kostet in derselben Rechnung rund 690 €; bei 25 € Rate wäre sie ein Abzug von 4 % auf jede Zahlung. Wer bei einer Filialbank 1,5 % Ausführungsgebühr auf jede Rate zahlt, verliert diesen Prozentsatz auf jeden eingezahlten Euro, unabhängig von der Rate.

Sparplan beim Broker einrichten

  1. Depot bei einem Online- oder Neobroker eröffnen; die Legitimation per Video- oder eID-Verfahren dauert 10 bis 20 Minuten, die Freischaltung ein bis drei Bankarbeitstage.
  2. Steuer-ID angeben und den Freistellungsauftrag mit dem Teil des Pauschbetrags stellen, den andere Banken nicht nutzen.
  3. ETF über die ISIN suchen und als Sparplan anlegen; viele Broker erlauben Raten ab 1 €, Filialbanken ab 25 €.
  4. Ausführungstag wählen, am besten wenige Tage nach dem Gehaltseingang, damit das Verrechnungskonto gedeckt ist.
  5. Optional eine jährliche Dynamik von 2 bis 3 % aktivieren, sofern der Broker sie anbietet.

Gekauft werden auch Bruchteile eines Anteils, sodass jede Rate vollständig investiert wird. Die erste Ausführung erscheint einige Tage nach dem gewählten Termin in der Depotübersicht; ab dann zeigt der Broker Einstandskurs, aktuellen Wert und Gewinn je Position.

Thesaurierender oder ausschüttender ETF im Sparplan

MerkmalThesaurierend (Acc)Ausschüttend (Dist)
Dividendenbleiben im Fonds und erhöhen den Anteilswertwerden ein- bis viermal pro Jahr auf das Verrechnungskonto gezahlt
Steuer während der Laufzeitjährlich nur die VorabpauschaleAusschüttungen im Jahr der Zahlung, mindestens Vorabpauschale
Wiederanlageautomatisch, ohne Gebührmanuell oder per Sparplanerhöhung
Pauschbetragwird jährlich nur zum kleinen Teil genutztwird jährlich durch die Ausschüttungen genutzt
Geeignet fürVermögensaufbau über viele Jahrelaufende Erträge, etwa in der Entnahmephase

Vor Steuern ist das Ergebnis gleich, solange Ausschüttungen wieder angelegt werden. Der thesaurierende ETF verschiebt den größten Teil der Steuer ans Ende und lässt damit mehr Kapital länger arbeiten. Wer den Pauschbetrag sonst nicht ausschöpft, kann mit einem ausschüttenden ETF jährlich bis zu rund 1.430 € Ausschüttungen steuerfrei vereinnahmen, weil 30 % davon ohnehin freigestellt sind. Die Dividendenrendite eines Welt-ETFs liegt bei etwa 1,5 bis 2 %; für 1.430 € Ausschüttung braucht es also rund 80.000 € Depotwert.

Vorabpauschale: Steuer auf thesaurierende ETFs jedes Jahr

Die Vorabpauschale sorgt dafür, dass auch thesaurierende Fonds jährlich eine Mindeststeuer auslösen. Grundlage ist der Basiszins, den das Bundesministerium der Finanzen Anfang jedes Jahres veröffentlicht; für 2026 beträgt er 3,20 %, für 2025 lag er bei 2,53 %. Die Pauschale ist auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres begrenzt, in einem Verlustjahr fällt sie weg. Abgebucht wird sie im Januar des Folgejahres vom Verrechnungskonto.

  1. Basisertrag: Wert zum Jahresanfang × Basiszins × 0,7, für 10.000 € also 10.000 € × 3,20 % × 0,7 = 224 €
  2. Ausschüttungen des Jahres abziehen, bei thesaurierenden ETFs 0 €
  3. Teilfreistellung von 30 % abziehen: 156,80 € steuerpflichtig
  4. Mit dem freien Pauschbetrag verrechnen, darüber 26,375 % Steuer: höchstens 41,36 €

Anteile, die im Laufe des Jahres gekauft wurden, zählen nur mit einem Zwölftel für jeden vollen Monat ab dem Kaufmonat. Bei einem Sparplan fällt die Pauschale deshalb im ersten Jahr kleiner aus. Bei 3,20 % Basiszins verbraucht ein Depot von rund 64.000 € allein den Pauschbetrag von 1.000 €. Bereits versteuerte Vorabpauschalen werden beim Verkauf vom Gewinn abgezogen; sie sind eine Vorauszahlung und keine zusätzliche Steuer.

Liegt im Januar kein Guthaben auf dem Verrechnungskonto, darf die Bank keine Anteile verkaufen. Sie meldet den Betrag dann dem Finanzamt, das die Steuer über die Steuererklärung einfordert.

Teilfreistellung: warum 30 % der ETF-Erträge steuerfrei bleiben

Auf Fondsebene zahlen Aktien-ETFs bereits Steuern, etwa Quellensteuer auf Dividenden. Zum Ausgleich stellt § 20 Investmentsteuergesetz einen Teil der Erträge beim Anleger steuerfrei. Der Satz hängt von der Fondsart ab, die im Fondsprospekt oder im Factsheet steht. Die Bank berücksichtigt die Teilfreistellung automatisch bei Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Verkäufen.

FondsartBedingungSteuerfreiEffektiver Steuersatz
Aktienfondsmindestens 51 % Aktien30 %18,46 %
Mischfondsmindestens 25 % Aktien15 %22,42 %
Immobilienfondsmindestens 51 % Immobilien60 %10,55 %
Anleihen- und Geldmarkt-ETFkeine Mindestquote0 %26,375 %

Effektiver Satz ohne Kirchensteuer, bezogen auf den gesamten Ertrag

Wenn der Depotwert in den ersten Jahren unter den Einzahlungen liegt

Weltweite Aktienindizes sind in Euro gerechnet in der Finanzkrise 2008 um rund 40 % gefallen, im Corona-Crash 2020 binnen eines Monats um gut 30 % und 2022 um über 10 %. Trifft ein solcher Einbruch auf einen jungen Sparplan, liegt der Depotwert unter der eingezahlten Summe. In den ersten fünf Jahren eines Sparplans ist das kein Sonderfall, sondern eine Phase, mit der man rechnen muss.

Der Sparplan kauft in dieser Zeit mit derselben Rate mehr Anteile. Dieser Cost-Average-Effekt senkt den Durchschnittspreis: Wer drei Monate je 100 € investiert, während der Kurs von 50 € auf 25 € fällt und wieder auf 50 € steigt, erhält 2 + 4 + 2 = 8 Anteile zu durchschnittlich 37,50 €. Mit dem Kurs von 50 € liegt das Depot dann mit 400 € über den eingezahlten 300 €, obwohl der Kurs nur auf den Ausgangswert zurückgekehrt ist.

Wer die Rate im Tief stoppt oder verkauft, macht den Buchverlust endgültig und verpasst die Erholung. Gegen den Zwang zum Verkauf hilft nur Geld, das nicht in den nächsten Jahren gebraucht wird: Ziele unter zehn Jahren gehören eher auf Tagesgeld oder Festgeld, und ein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto verhindert, dass eine Autoreparatur einen Verkauf im Tief erzwingt.

Gewinn beim Verkauf versteuern: Reihenfolge, Verlusttopf und Pauschbetrag

  • Verkauft wird nach dem FIFO-Prinzip: Die zuerst gekauften Anteile gelten als zuerst verkauft. Bei einem langjährigen Sparplan sind das die Anteile mit dem höchsten Gewinn.
  • Steuerpflichtig ist der Verkaufserlös minus Anschaffungskosten minus bereits versteuerte Vorabpauschalen, davon 70 % bei Aktien-ETFs.
  • Verluste aus ETF-Verkäufen landen im allgemeinen Verlusttopf der Bank und werden mit späteren Gewinnen, Zinsen und Ausschüttungen verrechnet.
  • Der Pauschbetrag gilt pro Kalenderjahr. Wer den Verkauf auf mehrere Jahre verteilt, nutzt ihn mehrfach; bei 1.000 € pro Jahr bleiben so je Jahr rund 1.430 € Kursgewinn eines Aktien-ETFs steuerfrei.
  • Liegt das persönliche Einkommen im Verkaufsjahr niedrig, etwa im ersten Rentenjahr, kann die Günstigerprüfung in der Steuererklärung Steuer zurückbringen.
150 € monatlich, 25 Jahre, 6 % Rendite, 0,2 % TER: 100.808 € Depotwert, 55.808 € Gewinn
VerkaufSteuer gesamtNetto
alles in einem Jahr10.040 €90.768 €
verteilt auf fünf Jahre, Kursentwicklung außer Acht gelassenrund 8.990 €rund 91.820 €

Der Rechner oben unterstellt einen Verkauf des gesamten Bestands in einem Jahr. Das ist die ungünstigste Variante; jede Verteilung auf mehrere Jahre senkt die Steuer um bis zu 263,75 € je zusätzlich genutztem Pauschbetrag. Wer nach dem Verkauf eine regelmäßige Auszahlung braucht, findet die Reichweite des Kapitals im Entnahmeplan-Rechner.

Sparrate beim Broker ändern, aussetzen oder erhöhen

Bei Depot-Sparplänen gibt es keine Vertragslaufzeit. Rate, Ausführungstag und ETF lassen sich jederzeit ändern, die Änderung gilt ab der nächsten Ausführung, wenn sie einige Bankarbeitstage vorher eingeht. Üblich sind Ausführungstage am 1., 2., 15. oder 16. eines Monats, manche Broker erlauben zwei Termine pro Monat. Ein Aussetzen ist ebenso möglich wie das Löschen; die bereits gekauften Anteile bleiben im Depot und arbeiten weiter.

Ausgesetzte Monate fehlen am Ende stärker, als es die Summe vermuten lässt, weil gerade frühe Raten am längsten wachsen. Zwölf ausgesetzte Raten zu 150 € im ersten Jahr eines 25-jährigen Sparplans kosten bei 6 % rund 7.800 € Endkapital. Wer die Rate nach einer Pause wieder aufnimmt, rechnet im Rechner mit dem aktuellen Depotwert als Startkapital und der verbleibenden Laufzeit weiter. Ein Wechsel des ETFs ist ohne Verkauf möglich: Der neue Sparplan kauft künftig den anderen Fonds, die alten Anteile bleiben liegen und werden erst beim späteren Verkauf versteuert.